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Sächsischer Brauerbund

Der Sächsische Brauerbund sieht durch den zunehmenden Einsatz von Individualflaschen das Mehrwegsystem in Gefahr und fordert ein differenziertes Pfandsystem.

Der Sächsische Brauerbund hat auf seiner Jahresversammlung Mitte April das Memorandum „Mehrweg statt mehr Wege“ verabschiedet, in dem ein differenzierter Pfandwert zwischen Pool- und Individualflaschen gefordert wird. Seit ca. fünf Jahren würden aus der Abkehr von der Standard-Poolflasche und der zunehmenden Nutzung von Eigentümergebrandeten Individualflaschen negative Folgen für die Umweltverträglichkeit des Mehrwegsystems bei Bier resultierren, heißt es in dem Memorandum. Negative Folgen gebe es auch für die Kostensituation, vor allem in den klei­neren und mittleren Brauereien ­
der mitteldeutschen Regionen. Beispielhaft entstünden dafür in einer Brauerei mit 150.000 hl Jahresbierabsatz jährliche Mehrkosten in Hö­he von etwa 130.000,- Euro.
Mit zunehmender Tendenz werden laut Sächsischem Brauerbund aktuell schon etwa 13 Mio. hl Bier pro Jahr in Individualflaschen abgefüllt – davon müssten ca. 30 bis 50 Prozent, das seien etwa eine Milliarde Individualflaschen als Fremdflaschen in den Brauereien aus­sortiert, gesondert gelagert, im Tausch zu den Eigentümerbrauereien transportiert oder unter Wert an die Leerguthändler verkauft und auch von dort wieder zu den Eigentümerbrauereien transportiert werden, heißt es.
Steffen Dittmar, Präsident des Sächsischen Brauerbundes: „Wir brauchen die Trendumkehr zurück zur bundesweiten Wiedernutzung der standardisierten Bier-Mehrwegflasche. Ökologie und Ökonomie müssen auch im Logistikbereich wieder in den Vordergrund rücken. Nur so wird nicht nur die Vielfalt des Kulturgutes Bier, sondern gleich­falls die vielfältige Struktur der zur Zeit noch 1.341 kleinen, mittleren und großen Brauereien in Deutschland erhalten.“ Zur Erhaltung der Vielfalt des Kulturgutes Bier seien die gegenwärtigen Selbsthilfe-Bestrebungen der Brauwirtschaft und das unterstützende Eingreifen der Politik erforderlich. Nur ein differenzierter Pfandwert führe im Handel zu einer weitestgehend sortenrein getrennten Erfassung zwischen Pool- und Individualflasche und stimuliere alle Brauereien letztlich zur wieder verstärkten Nutzung der Poolflasche in einem dann stabileren umweltverträglichen Mehrwegsystem.

(18. April 2012)

 

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Ausgabe GZ 21/2014