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Diageo Deutschland

Diageo Deutschland wird seinen Firmensitz im August 2012 nach Hamburg verlegen. Dort sei man näher am Kunden, könne die Vorzüge eines internationalen Handelszentrums nutzen und profitiere vom Charakter der Stadt als Trendsetter.

Hintergrund der Entscheidung sei das strategische Ziel des Unternehmens, sein Geschäft in Deutschland und Österreich innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und das attraktivste Spirituosenunternehmen in diesen Ländern zu werden (wir berichteten), erklärte Geschäftsführer Markus Kramer anlässlich einer Pressekonferenz in Hamburg.
Dafür sei die Hansestadt der beste Standort. Zum einen säßen dort mit Edeka der größte LEH-Kunde des Importeurs und weitere wichtige Gastronomie- und Barkunden.  Zum anderen könne man die Vorzüge der Stadt als internationales Handels- und Logistikzentrum sowie als „Trendsetter für neue Verbraucher- und Lifestyle-Trends“ nutzen. Nicht zuletzt erhofft man sich von dem Standort, dort „die besten Talente des Arbeitsmarkts“ zu finden, was ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für künftiges Wachstum sei, so Kramer.
Im Übrigen geht mit dem Umzug eine Verschmelzung von Diageo Deutschland mit der Diageo Holding Europe einher, die das Duty-Free-Geschäft des Konzerns verantwortet. Dessen Expertise wolle man sich für die Vertriebs- und Marketingaktivitäten stärker nutzbar machen.
Betroffen von der Entscheidung sind rund 60 Mitarbeiter im Innendienst in Wiesbaden, deren Jobs – bei kompletter Schließung des dortigen Standorts – verlegt werden sollen. Beim Umzug würden nicht nur alle Arbeitsplätze erhalten, versprach Kramer, sondern das Personal werde auch weiter ausgebaut, zunächst auf 80 Mitarbeiter.
Mit dem Wechsel sollen auch inhaltliche Veränderungen einhergehen, insbesondere was die als strategische Säule definierte „Customer Collaboration“ angeht. So wird Diageo beispielsweise für seine Kunden so genannte cross-funktionale Teams zusammenstellen, die die Kunden „ganzheitlich beraten und die verschiedenen Bereiche ihres Geschäfts wie Logistik, Finance und Marketing optimal abdecken“. So könne die Supply Chain im Hinblick auf Service, Qualität und Kosten noch weiter verbessert werden, so Kramer.
Gegenüber dem anwesenden Ham­burger Wirtschaftssenator Frank Horch versprach der Geschäftsführer indessen, das Unternehmen werde sich als „engagierter Unternehmensbürger“ in das Le­ben der Stadt einbringen. Insbesondere werde man Hand in Hand mit der Politik Initiativen für den verantwortungsvollen Alkoholkonsum vorantreiben. So sei u.a. geplant, die Initiative des Senats für ein Alkoholverbot im öffentlichen Nahverkehr unterstützen.
Die Adresse der neuen Hamburger Niederlassung steht laut Unternehmensangaben indessen noch nicht fest, man schaue sich derzeit mehrere geeignete Standorte an, darunter die „Tanzenden Türme“ auf der Reeperbahn. 

(25. Januar 2012)

 

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Ausgabe GZ 3/2012